Hermannia pulchella Willmann, 1952, nov. nom.

105. Hermannia pulchella nov. nom. Fundort: Wangerooge-Ost, Deich, Wattseite, unten am Fuße des Deiches, 17. I. 50. Unter dem Namen Hermannia scrabra (L. Koch 1879) sind bisher zwei Formen miteinander vermengt worden, die sich in ihrer Rückenstruktur deutlich unterscheiden lassen. Die Unterschiede s...

Full description

Bibliographic Details
Main Author: Willmann, C.
Format: Text
Language:unknown
Published: Zenodo 1952
Subjects:
Online Access:https://dx.doi.org/10.5281/zenodo.6287015
https://zenodo.org/record/6287015
Description
Summary:105. Hermannia pulchella nov. nom. Fundort: Wangerooge-Ost, Deich, Wattseite, unten am Fuße des Deiches, 17. I. 50. Unter dem Namen Hermannia scrabra (L. Koch 1879) sind bisher zwei Formen miteinander vermengt worden, die sich in ihrer Rückenstruktur deutlich unterscheiden lassen. Die Unterschiede sind so beträchtlich, daß es geraten erscheint, zwei gute Species daraus zu machen. Die eine Art, die ich auf Wangerooge, Norderney (beiderwärts in den Wattwiesen) und an der Außenweser (hier an Fadenalgen in kleinen, von der Flut zurückgebliebenen Wasseransammlungen) gefunden habe, die in der Sammlung Oudemans von der Insel Borkum und aus Finnland vertreten ist, und die Strenzke an der Küste Holsteins festgestellt hat, hat einen ziemlich glatten, dunklen Panzer, der sehr fein und dicht perforiert erscheint. Unter der Oberfläche sieht man ein feines Netzwerk mit Maschen von 15-20 µ Durchmesser. Die Tiere müssen stark aufgehellt werden, oder man muß den Rückenpanzer abheben, um die Netzmaschen erkennen zu können. Bei der anderen Art ist der Rücken ziemlich unregelmäßig mit kleinen, erhabenen Knötchen besetzt, die selten Maschen bilden, aber sich weiter hinten auf dem Rücken zu Längsreihen aneinanderschließen. Leider sind die L. Kochschen Typen nicht mehr aufzufinden, und so ist es schwer zu entscheiden, welche dieser beiden Arten die wirkliche H. scabra ist. Da Strenzke in Material aus Grönland die Form mit den erhabenen Knötchen vorgelegen hat, ist anzunehmen, daß Koch diese Species auch in Sibirien und Novaja Semlja gefunden hat. Das wäre dann die typische H. scabra. Die Art ist weit verbreitet, sie wurde auch in der Umgebung von Bremen in Moos am Fuße alter Mauern und Bauernhäuser gefunden, aus dem gleichen Lebensraume liegt sie vor aus Admont (Steiermark). Die an der Nord- und Ostsee als Küstenform auftretenden, bisher auch als H. scabra bezeichneten Tiere haben somit noch keinen Namen. Ich nenne sie Hermannia pulchella nov. nom. - Hermannia scabra wird ferner von der Küste Schwedens (Sellnick 1949), Island (Sellnick 1940), West-Groenland (Jörgensen 1934) gemeldet, ohne daß über die Struktur etwas angegeben wird. Ohne die Tiere gesehen zu haben, ist nicht zu entscheiden, um welche der beiden Arten es sich in diesen Fällen handelt. Dasselbe gilt für Hermannia nodosa (Michael 1888), einen Namen, den Michael selbst 1896 (Tierreich, Lfg. 3) gegen H. scabra zurückgezogen hat. : Published as part of Willmann, C., 1952, Die Milbenfauna der Nordseeinsel Wangerooge, pp. 139-186 in Veröffentlichungen des Instituts für Meeresforschung Bremerhaven 1 on page 172