Das Eis der Polargebiete als Klimaarchiv

Eis ist ein wichtiges Archiv für die Rekonstruktion des Klimas, da es sowohl Informationen über vergangene Temperaturschwankungen, Veränderungen in der Niederschlagsmenge und von Aerosolgehalten birgt als auch die Luft vergangener Klimate speichert. Die Inlandeise in der Antarktis und auf Grönland s...

Full description

Bibliographic Details
Main Authors: Oerter, Hans, Fischer, Hubertus, Kipfstuhl, J., Rack, Wolfgang, Weller, Rolf, Wilhelms, Frank, Graf, W.
Format: Conference Object
Language:unknown
Published: 2002
Subjects:
Online Access:https://epic.awi.de/id/eprint/7346/
https://hdl.handle.net/10013/epic.17891
Description
Summary:Eis ist ein wichtiges Archiv für die Rekonstruktion des Klimas, da es sowohl Informationen über vergangene Temperaturschwankungen, Veränderungen in der Niederschlagsmenge und von Aerosolgehalten birgt als auch die Luft vergangener Klimate speichert. Die Inlandeise in der Antarktis und auf Grönland sind die eisigen Klimaarchive, die uns die längsten Zeitreihen liefern. In Grönland reicht das Gedächtnis des Eises bis in die letzte Warmzeit, das sogenannte Eem zurück, auf dem Plateau des Antarktischen Inlandeises können wir je nach der örtlichen Schneezutragsrate, in unterschiedlicher zeitlicher Auflösung Zeitreihen zwischen 150.000 und 500.000 Jahren erschließen. Die tiefen antarktischen Kerne bestätigen die Theorie von Milankovitch, nach der die Erdumlaufparameter die Haupttriebfeder für langfristige klimatische Schwankungen sind und die Warmzeiten mit einer Periode von ca. 100.000 Jahren auftreten. Darüber hinaus offenbarten zuerst die grönländischen Eiskerne GRIP und GISP2, dass in den Glazialzeiten sprunghaft Warmphasen, von einigen Hundert bis wenige Tausend Jahren, auftraten, die als Dansgaard-Oeschger-Ereignisse bezeichnet werden. Die jüngsten 2000 Jahre können auch in der Antarktis mit Bohrkernen bis 150 m Tiefe mit einer zeitlichen Auflösung von Jahren untersucht werden. Solche Bohrungen wurden während des EPICA-Vorerkundungsprogramms in Dronning Maud Land erbohrt. Sie bieten die Möglichkeit mehr über die räumliche Variabilität von Klimaveränderungen zu erfahren.Im European Project for Ice Coring in Antarctica (EPICA) arbeiten zehn europäische Nationen zusammen, um in der Antarktis zwei Eiskernbohrungen bis zum Felsuntergrund in ca 3000 Meter Tiefe abzuteufen. Die erste Bohrung auf Dome Concordia (75 °'S, 123° E) hat in der Saison 2001/02 eine Teufe von 2871 Meter und eine Eisalter von wahrscheinlich mehr als 500.000 Jahren erreicht. Die zweite Bohrung in Dronning Maud Land (75° S, 0° E) wurde in der Saison 2001/02 begonnen und bis 450 m abgeteuft. Dort wird bei hoher zeitlicher Auflösung am Untergrund ...